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Studiengänge

In diesem Bereich finden Sie Unterlagen zu den folgenden Studiengängen, die im Rahmen des Projekts entwickelt werden:

Masterstudiengang Personalmanagement im Sozial- und Gesundheitswesen

Die Flyer sind gedruckt, das Lernmaterial wurde vorbereitet – und bei der Immatrikulationsfeier der Fachhochschule der Diakonie konnten auch die ersten Studierenden begrüßt werden, die den berufsbegleitenden Masterstudiengang „Personalmanagement“ belegen. Das neuartige Studienangebot wurde in der ersten Förderphase des BEST WSG Projekts entwickelt.

Das Konzept des Studiengangs basiert auf den Ergebnissen eines Pilotprogramms im Rahmen des Projekts „Berufsintegrierte Studiengänge zur Weiterqualifizierung im Sozial- und Gesundheitswesen (BEST WSG)“ an der FH der Diakonie. Dabei wurde gemeinsam mit der Bundesakademie für Kirche und Diakonie in Berlin eine Weiterbildung konzipiert, die strategisches Personalmanagement mit praxisrelevanten Methoden und Handlungsstrategien kombiniert. Das kumulative Qualifizierungsmodell kombiniert diese und andere Zertifikatsweiterbildungen mit dem Studium: Der Weiterbildungslehrgang (WF1) und die Vertiefungstage (WF1plus) sowie die Ergänzungsmodule (WF 2), Wahlmodule (WF3) und der Masterstudiengang (WF4) werden mindestens im zweijährigen Rhythmus angeboten.

Neben der Hochschule und der Weiterbildung in Bielefeld und Berlin ist die Verbindung zur beruflichen Praxis essentiel für den berufsbegleitenden Masterstudiengang – deshalb kommt der eigene Betrieb (oder ein Partnerbetrieb) als dritter Lernort hinzu, an dem während der Weiterbildung und des späteren Studiums Konzepte und Methoden des Personalmanagements entwickelt und erprobt werden. Im 1. Semester steigen die Studierenden mit Seminaren zu Forschungsmethoden und Strategischem Personalmanagement in das Studium ein. Außerdem werden sie in die Portfolioarbeit eingeführt, bei der sie während des gesamten Studienverlaufs ihre bisherige Berufs- und Studienerfahrung reflektieren.

Weitere Informationen: martin.sauer@fhdd.de

Kumulativer Bachelorstudiengang Pflege

Bei der Weiterentwicklung dieses Studiengangs steht die Zusammenarbeit mit der Zentralschule für Gesundheitsberufe (ZfG) Münster im Vordergrund. In mehreren gemeinsamen Sitzungen wurden inhaltliche, konzeptionelle und strukturelle Bedingungen für einen ausbildungs- und berufsbegleitenden Studiengang erörtert und ausgelotet. Auch hier ist die Verzahnung von Aus- und Weiterbildung mit akademisch-wissenschaftlicher Bildung vorgesehen. Neben der Teilnahme an Modulen der Hochschulen können Auszubildende ebenso wie Berufstätige sogenannte Transfermodule belegen oder eine Zertifikatsreihe „Chronical Care“ besuchen, die ihnen aufs spätere Studium angerechnet werden.

Bachelorstudiengang Soziale Arbeit

Das Modulhandbuch für den Studiengang ist fertiggestellt, alle Ordnungen liegen vor und auch die staatliche Anerkennung zum Sozialarbeiter ist gesichert - nach mehrjähriger Vorarbeit durch das BEST WSG Projekt steht der berufsbegleitende Studiengang "Soziale Arbeit" in den Startlöchern. Die Fachhochschule der Diakonie hat auf Ihrer Internetseite einen Informationsbereich rund um den innovativen Studiengang freigeschaltet und die Anmeldung geöffnet - ab sofort können sich Interessenten für einen Studienstart im Frühjahr/Sommer 2017 bewerben.

Im kommenden Jahr dürfte dann eine bunte Studierendengruppe die ersten berufsbegleitenden Schritte auf dem Weg zum Bachelor in "Sozialer Arbeit" nehmen. Menschen,  die  in  der  Sozialen  Arbeit  bereits  umfangreichere  berufliche  Erfahrungen, aber keine akademische Qualifikation haben, sollen die Chance erhalten, eine solche Qualifikation zu erwerben. Der Studiengang richtet sich beispielsweise an Erzieher/innen im Kita-Bereich, die sich für Aufgaben als Leitung eines Familienzentrums qualifizieren oder auf Dauer den Kinderbereich verlassen und in einem anderen Feld der Sozialen Arbeit tätig sein möchten, aber auch an „Quereinsteiger/-innen“ mit handwerklicher oder kaufmännischer Ausbildung, die bereits im Bereich der Sozialen Arbeit ohne entsprechende (Zweit-) Qualifikation tätig sind.

Das Studium ist in berufsbegleitender Form konzipiert und dauert 3,5 Jahre. Neben einem Bachelor of Arts erwerben die Studierenden einen Abschluss als staatlich anerkannte/r Sozialarbeiter/in. BewerberInnen müssen Abitur oder Fachhochschulreife mitbringen, alternativ ist die Zulassung auch über den erfolgreichen Abschluss einer staatlich geregelten Aufstiegsfortbildung oder einer fachlich entsprechenden mind. 2-jährigen Berufsausbildung mit 3 Jahren Berufstätigkeit im Ausbildungsberuf möglich. Die Fachhochschule der Diakonie berät Interessenten gerne im Einzelfall und greift dabei auch auf Erkenntnisse des BEST WSG Projekts zur Anerkennung von informell erworbenen Kompetenzen zurück, um die vorherige Lernbiografie der künftigen Studierenden optimal mit dem Curriculum des berufsbegleitenden Studiengangs zu verknüpfen.

Masterstudiengang "Community Mental Health"

Die Statistiken aller Krankenkassen zeigen es deutlich: Psychische Erkrankungen sind seit Jahren auf dem Vormarsch. In Fachkreisen ist unbestritten, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Angeboten zur Förderung der psychischen Gesundheit und die gemeindenahe, integrierte Versorgung psychisch kranker Menschen zu den großen Herausforderungen der Gesundheitsfürsorge im 21. Jahrhundert gehören. 

Das Verständnis psychischer Krankheiten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt. Die Akzeptanz von Erkrankungen wie z.B. Depression oder Persönlichkeitsstörungen ist in der Bevölkerung deutlich gestiegen, und die Inanspruchnahme von Versorgungsangeboten wie z.B. der Gang in eine Psychiatrische Institutsambulanz  ist heute weniger stigmatisierend ist als dies früher der Fall war. Wenn früher „Verrückte“ in großen Anstalten mehr oder weniger „weggesperrt“ wurden, ist das heutige psychiatrische Versorgungssystem vor allem gekennzeichnet durch einen Ausbau der gemeindenahen Versorgung.

Universitäre Forschung zu psychiatrischen Themen ist in Deutschland, aber auch international, vor allem biologisch geprägt. Besonders im Zuge des sog. „Decade of  the brain“ in der 90er Jahren des letzten Jahrhunderts  hat sich der medizinhistorisch bekannte Reduktionismus zum Krankheitsverständnis auch in der Psychiatrie - eher biologisch ausgerichtet  - auf die Erforschung von Medikamentenwirkungen, bildgebenden Verfahren oder genetischen Studien gestützt. Eine sozialwissenschaftliche Betrachtungsweise wurde im gleichen Zuge zunehmend zurückgedrängt, gewinnt aber vor allem nach dem Ausbleiben nachhaltiger Erfolge biologischer Forschung wieder zunehmend an Bedeutung.  Insgesamt lässt sich festhalten, dass entgegen dem vorherrschenden Eindruck in den letzten 30 Jahren keine für die Versorgungspraxis relevanten substantiellen Erkenntnisse gewonnen wurden. Auch damals kannte man schon die heute verwendeten Versorgungsformen wie z.B. Tagesklinik oder Wohnheim; es gibt keine wirklich neuen Medikamente und die heute zur Verfügung stehenden psychotherapeutischen und psychosozialen Behandlungsverfahren waren auch vor 30 Jahren im Wesentlichen schon bekannt.

Betrachtet man das in der Psychiatrie maßgebliche bio-psycho-soziale Modell aus der Sicht der Forschung und der Behandlungsschwerpunkte, so ist eine Hierarchie mit einer starken Fokussierung auf biologische Aspekte, weniger auf psychosoziale und am wenigsten auf soziale Aspekte zu beklagen. Zeitgemäße Bildungsprogramme im psychiatrischen Bereich müssen daher stärker einen ganzheitlichen  Ansatz verfolgen und das individuelle Erleben der Betroffenen stärker in den Vordergrund rücken, um so die Nutzerperspektive zu stärken.

Auf der Basis einer sozial-wissenschaftlichen Perspektive gelingt es, dem Menschen als sozialem Wesen gerecht zu werden und psychische Störung in der zwischenmenschlichen Interaktion zu begreifen. Dies gilt auch vor dem Hintergrund, dass Psychiatrie als soziale Wissenschaft immer von gesellschaftlichen Entwicklungen beeinflusst wird. Das zeigt z.B. der Umstand, dass Homosexualität bis 1973 noch als psychiatrische Krankheit klassifiziert war.

Ein neues Master-Programm der FH der Diakonie setzt hier an: Der Studiengang „Community Mental Health – Psychische Gesundheit in der Gemeinde“ nimmt u.a. die Forschungen aus dem angloamerikanischen Raum auf und hat sich zum Ziel gesetzt, Fachkräfte aus dem psychiatrischen Tätigkeitsfeld für die gemeindenahe Versorgung psychisch erkrankter Menschen zu sensibilisieren und für Praxis und Forschung zu qualifizieren.

Es ist der erste derartige Studiengang in Deutschland. Er wurde von einem interdisziplinären Team entwickelt: den Lehrstuhlinhabern für Psychiatrische Pflege Michael Schulz und Michael Löhr, dem Sozialarbeits-Professoren Frank Dieckbreder und Alla Koval, dem Diakoniewissenschaftler Thomas Zippert und der Heilpädagogik-Professorin Heidrun Kiessl. sowie dem Team des Projektes BEST-WSG. Das im Frühjahr 2015 zur Akkreditierung eingereichte Konzept wurde im Herbst 2015 begutachtet;. die Experten würdigen in ihrem Gutachten „das innovative sowie fachlich und methodisch anspruchsvolle Konzept“ des Studienganges. Am 10.12.2015 beschloss die Akkreditierungskommission der Agentur AHPGS die erfolgreiche Akkreditierung ohne inhaltliche Auflagen.

Zum Wintersemester 2016 soll dieser neue Masterstudiengang starten. Bewerben können sich im psychiatrischen Feld Tätige mit einer akademischen Erstqualifikation z.B. in den Bereichen Psychiatrische Pflege / Psychische Gesundheit, Pflege, Soziale Arbeit, Heilerziehungspflege, Heilpädagogik, Ergo- oder Physiotherapie, Psychologie oder in einem vergleichbaren Studiengang. Das Teilzeit-Studium ist auf 6 Semester ausgelegt und kann berufsbegleitend studiert werden. Die Studiengangsleitung liegt bei Prof. Dr. Michael Schulz.