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Beratungs-Hotline der FH der Diakonie

 

Community Mental Health – Psychische Gesundheit in der Gemeinde

Master-Programm erfolgreich akkreditiert

Das Verständnis psychischer Krankheiten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt. Die Akzeptanz von Erkrankungen wie z.B. Depression oder Persönlichkeitsstörungen ist in der Bevölkerung deutlich gestiegen, und die Inanspruchnahme von Versorgungsangeboten wie z.B. der Gang in eine Psychiatrische Institutsambulanz  ist heute weniger stigmatisierend ist als dies früher der Fall war. Wenn früher „Verrückte“ in großen Anstalten mehr oder weniger „weggesperrt“ wurden, ist das heutige psychiatrische Versorgungssystem vor allem gekennzeichnet durch einen Ausbau der gemeindenahen Versorgung.

Universitäre Forschung zu psychiatrischen Themen ist in Deutschland, aber auch international, vor allem biologisch geprägt. Besonders im Zuge des sog. „Decade of  the brain“ in der 90er Jahren des letzten Jahrhunderts  hat sich der medizinhistorisch bekannte Reduktionismus zum Krankheitsverständnis auch in der Psychiatrie - eher biologisch ausgerichtet  - auf die Erforschung von Medikamentenwirkungen, bildgebenden Verfahren oder genetischen Studien gestützt. Eine sozialwissenschaftliche Betrachtungsweise wurde im gleichen Zuge zunehmend zurückgedrängt, gewinnt aber vor allem nach dem Ausbleiben nachhaltiger Erfolge biologischer Forschung wieder zunehmend an Bedeutung.  Insgesamt lässt sich festhalten, dass entgegen dem vorherrschenden Eindruck in den letzten 30 Jahren keine für die Versorgungspraxis relevanten substantiellen Erkenntnisse gewonnen wurden. Auch damals kannte man schon die heute verwendeten Versorgungsformen wie z.B. Tagesklinik oder Wohnheim; es gibt keine wirklich neuen Medikamente und die heute zur Verfügung stehenden psychotherapeutischen und psychosozialen Behandlungsverfahren waren auch vor 30 Jahren im Wesentlichen schon bekannt.

Betrachtet man das in der Psychiatrie maßgebliche bio-psycho-soziale Modell aus der Sicht der Forschung und der Behandlungsschwerpunkte, so ist eine Hierarchie mit einer starken Fokussierung auf biologische Aspekte, weniger auf psychosoziale und am wenigsten auf soziale Aspekte zu beklagen. Zeitgemäße Bildungsprogramme im psychiatrischen Bereich müssen daher stärker einen ganzheitlichen  Ansatz verfolgen und das individuelle Erleben der Betroffenen stärker in den Vordergrund rücken, um so die Nutzerperspektive zu stärken.

Auf der Basis einer sozial-wissenschaftlichen Perspektive gelingt es, dem Menschen als sozialem Wesen gerecht zu werden und psychische Störung in der zwischenmenschlichen Interaktion zu begreifen. Dies gilt auch vor dem Hintergrund, dass Psychiatrie als soziale Wissenschaft immer von gesellschaftlichen Entwicklungen beeinflusst wird. Das zeigt z.B. der Umstand, dass Homosexualität bis 1973 noch als psychiatrische Krankheit klassifiziert war.

Ein neues Master-Programm der FH der Diakonie setzt hier an: Der Studiengang „Community Mental Health – Psychische Gesundheit in der Gemeinde“ nimmt u.a. die Forschungen aus dem angloamerikanischen Raum auf und hat sich zum Ziel gesetzt, Fachkräfte aus dem psychiatrischen Tätigkeitsfeld für die gemeindenahe Versorgung psychisch erkrankter Menschen zu sensibilisieren und für Praxis und Forschung zu qualifizieren. Es ist der erste derartige Studiengang in Deutschland. Er wurde von einem interdisziplinären Team entwickelt: den Lehrstuhlinhabern für Psychiatrische Pflege Michael Schulz und Michael Löhr, dem Sozialarbeits-Professoren Frank Dieckbreder und Alla Koval, dem Diakoniewissenschaftler Thomas Zippert und der Heilpädagogik-Professorin Heidrun Kiessl sowie dem Team des Projektes BEST-WSG. Das im Frühjahr 2015 zur Akkreditierung eingereichte Konzept wurde im Herbst 2015 begutachtet;. die Experten würdigen in ihrem Gutachten „das innovative sowie fachlich und methodisch anspruchsvolle Konzept“ des Studienganges. Am 10.12.2015 beschloss die Akkreditierungskommission der Agentur AHPGS die erfolgreiche Akkreditierung ohne inhaltliche Auflagen.

Zum Wintersemester 2016 soll dieser neue Masterstudiengang starten. Bewerben können sich im psychiatrischen Feld Tätige mit einer akademischen Erstqualifikation z.B. in den Bereichen Psychiatrische Pflege / Psychische Gesundheit, Pflege, Soziale Arbeit, Heilerziehungspflege, Heilpädagogik, Ergo- oder Physiotherapie, Psychologie oder in einem vergleichbaren Studiengang. Das Teilzeit-Studium ist auf 6 Semester ausgelegt und kann berufsbegleitend studiert werden. Die Studiengangsleitung liegt bei Prof. Dr. Michael Schulz. Nähere Informationen auf der Homepage der FH der Diakonie, www.fh-diakonie.de  

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